Fairer Handel - was ist das?

Der faire Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt.

Fairtrade-Reisbauer aus Indien / Trans Fair e.V. / Foto: C. Nusch / Haryana

Durch fairen Handel werden Produzentengruppen und Plantagenarbeiter gefördert, indem sie garantierte Mindestpreise für ihre Produkte erhalten. So können sie sowohl ihre Produktions- als auch ihre täglichen Lebenshaltungskosten decken und  Investitionen in ihre wirtschaftliche und soziale Zukunft tätigen.

Die Mitglieder der Produzentengruppen stimmen basisdemokratisch über die konkrete Verwendung ab. Dabei haben sie grundsätzlich drei Möglichkeiten:

  1. Direktauszahlung in Form von höheren Einkünften bzw. Löhnen,
  2. Investition in Sozialprojekte wie Schulen, Apotheken, Stipendien etc.,
  3. Investition in die Genossenschaft, z.B. zur Anschaffung von Traktoren,
    Computern, neuen Maschinen oder in Weiterbildungsmaßnahmen.

Ob die Mittel entsprechend dem demokratischen Beschluss eingesetzt werden, wird regelmäßig von Inspektoren der Fairtrade Labelling Organization International (FLO) kontrolliert und von unabhängigen Wirtschaftsprüfern testiert. Die FLO ist die Dachorganisation aller weltweit tätigen Initiativen, die das international einheitliche FairTrade-Siegel vergeben. In Deutschland ist dies der gemeinnützige Verein TransFair e.V. in Köln.

Der Faire Handel läuft ohne Zwischenhändler, damit der volle Erlös direkt den Produzentengruppen zugute kommt. Kinderarbeit ist illegal und darüber hinaus müssen die Produzentengruppen sicherstellen, dass die Kernarbeitsnormen der Arbeitsorganisation IAO eingehalten werden.

Mit all diesen Maßnahmen trägt der faire Handel zur weltweiten Armutsbekämpfung bei. Rund 1,5 Millionen Bauern und Plantagenarbeiter in 58 Ländern profitieren bereits vom Fairen Handel.

Ein Beispiel

Eine Kaffeekooperative in Peru erhielt 2002 für den Zentner Arábico rund 47 US-Dollar auf dem Weltmarkt. Nach Abzug der Kosten für Sortierung, Verpackung, Transport blieben rund 30 US-Dollar übrig. Die Produktionskosten lagen jedoch bei rund 80 US-Dollar. Durch den Fairen Handel bekommt die Kooperative mindestens 126 US-Dollar pro Zentner. Ein Einkommen, das den Lebensunterhalt der Familien sicherstellt und notwendige Investitionen im sozialen und ökonomischen Bereich (z. B. ein neues Lagerhaus) ermöglicht.

Wichtige Importeure des fairen Handels sind

 

Das Fairtrade-Siegel

TRANSFAIR, der Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der "Dritten Welt" e. V., handelt als unabhängige Siegelinitiative nicht selbst mit Waren, sondern vergibt sein Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte.

Und so schaut es aus.